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Ein neuer Hund zieht ein

Liebe Fördefüßchen,

 

wenn ein neuer Hund einzieht, ist das immer eine sehr aufregende Sache. In Facebook-Gruppen sind viele unsicher wie man "es" nun wirklich am besten macht - insbesondere dann, wenn schon einer oder mehrere Hund/e vorhanden sind.

 

In meinem Leben habe ich schon den einen oder anderen Hund zu vorhandenen dazu genommen und erzähle einfach mal wie ich es gemacht habe:

 

Einzug Nummer eins war Anna, eine ca. 14jährige Jack-Russel-Hündin, die zu Nelly, damals 9 Jahre alt, dazu kam.

Ich habe vor allem ein erstes Kennenlernen gemacht, bevor ich mich für Anna entschieden habe. Die Hunde waren sich nicht unsympathisch und liefen ganz problemlos miteinander beim Spaziergang.

Als Anna einzog, habe ich sie ein Mal durch die gesamte Wohnung begleitet und danach "machen lassen". Ich habe darauf geachtet, dass Nelly sich stets bei mir befand, denn sie neigt zur Kontrolle und Einschränken bei anderen Hunden, insbesondere im eigenen Zuhause.

Anna dödelte ein bisschen durch die Wohnung und fand ihren Platz dann unter meinem Schreibtisch. Alles war total entspannt.

 

Genau so habe ich es mit Hummel gemacht, was ebenso problemlos verlief, obwohl Hummel deutlich dynamischer ist, als Anna.

Bei Hummel war es genau aus dem Grund ein kleines bisschen hektischer, obwohl das Wort "hektisch" es hier eigentlich nicht trifft. Es war ein bisschen mehr Bewegung im Spiel, da Hummel zu dem Zeitpunkt etwa 9 Jahre alt war und deutlich gesünder, als Anna. Anna war eben eine richtig alte Dame und Hummel hatte selbige noch teilweise im Hintern. ;)

 

Der Einzug von Othello verlief hingegen vollkommen anders, aber die Situation war auch anders, weil er erst 9,5 Wochen alt war.

 

Wir haben Othello abgeholt und in den Garten gebracht. Wir haben ihm jede der 4 hier lebenden Damen dann einzeln vorgestellt. Zur Erklärung: 4 Damen, weil ich in einer WG wohne und jeder hat 2 Hunde mitgebracht. ;)

 

Zuerst war Hummel dran, hier habe ich grosses Desinteresse erwartet und so ist es passiert.

Dann kam Nelly, bei der ich sehr grosses Interesse und sofortige "Mama-Gefühle" erwartet habe - und genau so ist es passiert. Sie liebt Welpen und adoptiert jeden sofort. Umso schöner, dass sie auf ihre alten Tage nochmal ein Baby gross ziehen durfte.

Als nächstes war Betty an der Reihe, hier hat meine Mitbewohnerin auch eher Desinteresse erwartet und auch hier ist es so passiert.

Zuletzt kam Loona, von der war absolut nicht klar wie sie reagieren würde, weil sie nie richtigen Kontakt zu Welpen hatte. Zu dem Zeitpunkt war sie ca. 10 Jahre alt und kann mitunter ein wenig ruppig anmuten. Loona überraschte sehr, insbesondere im weiteren Zusammenleben mit dem kleinen Zipfelzwerg.

 

Loona und Nelly haben im jeweiligen Rudel die Führung inne und haben beide Othello unter ihre Fittiche genommen, während sowohl Hummel als auch Betty mehr so "Prinzessin Rühr-mich-nicht-an" waren. Beide wollten mit dem Nervzwerg nichts zu tun haben. Das hat er mehr... oder minder akzeptiert. ;)

 

Loona und Nelly hingegen bewiesen ganz unterschiedliche Führungsqualitäten. Loona erklärte ihm wie die Welt funktioniert und was er vor allem alles nicht darf (das war am Anfang ausser atmen so gut wie alles). Nelly brachte ihm ebenfalls ein ganzes Repartour an Verhaltensweisen bei, maßregelte, aber spielte auch mit ihm. Grundsätzlich zu ihren Regeln, wann sie wollte und wann sie wollte, dass es aufhört.

Besonders unsere beiden alten Damen haben ihm ne ganze Menge beigebracht und uns ganz besonders in der Erziehung unterstützt. Aber wir mussten auch darauf achten, dass er den beiden kleinen Damen nicht auf den Keks ging. Das war eben hauptsächlich unsere Aufgabe, obwohl wir da sowohl von Loona als auch Nelly stets Unterstützung erhalten haben. Nelly nenne ich auch gerne mal "die Polizei". Sieht sie, dass Othello wieder vor Hummel herum hampelt, weil er spielen will, geht sie hin und boxt ihn weg. ;)

 

Es gibt Dinge, die Hunde untereinander sich besser lehren können, als wir Menschen es je könnten. Insbesondere das Verhalten unter Artgenossen können wir einem Hund nicht beibringen.


Hier gibt es jedoch gravierende Unterschiede, die mit persönlichen Fähigkeiten des einzelnen Hundes zusammen hängen und vor allem mit der Beziehung unter den Hunden. Nie hätte ich das Verhalten von Nelly ggü. Othello bei Hummel durchgehen lassen. Das wäre schief gegangen, weil man es mit zwei ausgebildeten Persönlichkeiten zu tun hat und Erziehungsmaßnahmen hier schnell heikel werden können.

Hat der Althund aber ein gutes Sozialverhalten ggü. Welpen, spricht nichts dagegen, ihn (kontrolliert!) bei der Erziehung mithelfen zu lassen.

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