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Der alte / alternde Hund

Liebe Fördefüßchen,

 

wie auch wir werden unsere Vierbeiner irgendwann alt. Und das passiert für uns so "plötzlich", dass viele damit manchmal ein bisschen überfordert sind. Muss ich die Ernährung umstellen? Kann ich meinem Hund irgendwas irgendwie leichter machen?

 

Da bei mir gleich zwei alte Damen leben und ich mich mit all den Fragen schon länger auseinandersetze, möchte ich euch ein paar Tipps geben.

 

Man neigt dazu, dem alten Hund ein besonders flauschiges Bettchen hin zu stellen. Häufig sind diese flauschigen Bettchen mit schön fluffigen Kissen versehen und sehen dadurch besonders gemütlich aus. Häufig sind sie das auch, das möchte ich an dieser Stelle gar nicht in Abrede stellen. Sind die Kissen sehr flauschig und der Hund hat schon Probleme mit dem Aufstehen, wird es dadurch schwieriger. Der Untergrund ist wackeliger und die alten Herrschaften kommen nicht mehr gut aus dem Bett raus. Dann lieber ein festes Bett und eine schöne flauschige Decke hinein legen. Das wird euer Oldie euch danken. :)

 

Nahrungszusätze:

Es gibt eine Reihe Nahrungszusätze, die man dem alten Hund mit ins Futter geben kann. Wie immer empfehlen wir an dieser Stelle den gezielten Einsatz, keine pauschalen "Versuche". Sicherlich schaden die Zusätze nicht, sofern sie auf natürlicher Basis sind, aber gezielt macht eindeutig mehr Sinn.

 

Für die Gelenke empfiehlt sich Teufelskralle zum Beispiel. Teufelskralle ist eine Wurzel, die Entzündungen aus den Gelenken zieht. Das hilft auch alten Herrschaften mit Gelenkproblemen. Aber Teufelskralle ersetzt bei Schmerzpatienten keineswegs den Gang zu einem kompetenten Tierarzt. Bei Gelenkerkrankungen und Schmerzpatienten empfehlen wir euch die Tierarztpraxis Gut Windeby.

Diese Praxis ist auf genau diese Patienten spezialisiert.

 

Liegt eine Herz-Erkrankung vor, ist Mariendistelöl zum Beispiel ein gutes Mittel, um das Herz zu stärken. Man kann ausserdem eine Reihe von Kräutern füttern, um den Muskel entsprechend zu stärken. Aber auch hier ersetzen Zusätze keine Medikation - wenn nötig - durch einen Tierarzt. In Sachen Herzultraschall war ich in der Nord-Ostsee Klinik in Schafflund sehr zufrieden.

 

Die Niere ist bei älteren Hunden eines der häufigsten Probleme. Hier empfiehlt es sich, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. An dieser Stelle kann ich Dr. Heike Nöhren in Sörup empfehlen, bei der auch ich wegen Nelly´s Nieren war.

Auch hier gibt es durch die Ernährung reichlich wirksame Möglichkeiten, auch Kräutermischungen können hier gut helfen.

 

Wir haben nicht alles, was man tun kann, immer vorrätig, aber wir können so gut wie alles für euch bestellen. Sprecht uns einfach an - was braucht ihr, welche Probleme liegen vor?

 

Das Thema Spaziergänge ist auch immer wieder ein heisses Thema. "Aber der Hund muss doch raus" denken sich viele und überfordern ihre Oldies aus gut gemeintem Enthusiasmus. Mir ging das selbst nicht anders, man ist gewohnt, auch mal 2 Stunden mit dem Hund unterwegs zu sein, das war schon immer so. Aber... das bleibt eben nicht so. ;)
Eine 80jährige auf eine 2stündige Wanderung mit zu nehmen, ist nicht möglich, das leuchtet jedem ein. Einen 12jährigen Hund auf die gleiche Tour mit zu nehmen, manchmal nicht.

Selbstverständlich müssen auch alte Hunde raus. Und es wird schwieriger, wenn man mehr als einen Hund hat und die anderen jung sind. Hier emfpiehlt es sich dann, getrennt mit den Hunden zu gehen. Der Oldie bekommt eine ruhige, angepasste Schnüffelrunde, die Youngster ihre gewohnte Power-Runde.

 

Ich habe schon oft erlebt, dass die alten Herrschaften überfordert werden und nach jedem Gassi dermaßen kaputt sind, dass sie kaum noch aufstehen können. Von Nelly´s Bruder (die sind 13) habe ich letzt gehört, dass er nach einem 1,5stündigen Spaziergang zusammen gebrochen ist.
Auch wenn es schwer fällt, man muss unbedingt die Aktivitäten dem Alter anpassen, muss genau auf seinen Hund hören. Klar wollen auch die älteren Semester mit, dabei sein, was erleben. Nur manchmal tut es denen leider nicht gut und man tut ihnen keinen Gefallen.

 

Nelly zum Beispiel konnte früher 5 Stunden unterwegs sein, das war kein Problem. Heute hat sie u.a. ein schweres Herzleiden und mehr als 15 Minuten gehen ist je nach Wetter schon grenzwertig. Klar ist das eine Umstellung und auch Einschränkung, das liegt natürlich auf der Hand.

 

Zuletzt bleibt nur das "Lebe wohl".

Der schwerste Weg, den wir mit unserem Hund gehen, ist eindeutig der letzte. Es gibt kein Mittel, sich darauf vorzubereiten. Es gibt nichts, das man sagen kann, um es leichter zu machen. Aber Fakt ist: Für euren Hund ist es leichter, wenn ihr da seid. Wenn ihr ihn bis zum letzten Atemzug haltet und bei ihm seid. Er hat sein ganzes Leben mit euch verbracht und möchte es mit euch beenden.

 

Die meisten Hunde sagen es einem, wenn es an der Zeit ist. Das ist mit der schmerzvollste Augenblick, wenn dein Tier dich anschaut und diesen Frieden in den Augen hat. Dass er dir sagt, dass es an der Zeit ist, dass er schlafen möchte.

Die wenigsten Hunde schlafen abends ein und wachen morgens nicht mehr auf. Wir haben die Möglichkeit, ihnen ihren letzten Wunsch zu erfüllen, auch wenn diese Entscheidung die schwerste überhaupt ist.

 

Aber der Hund soll nicht leiden und so ist dieser letzte Gefallen, den wir ihm machen können, gleichzeitig unser grösster Liebesbeweis. Und wenn dein Hund dir sagt, dass es an der Zeit ist, wirst du nicht zweifeln, ob es richtig war. Weil er es entschieden hat und du ihm diesen Wunsch erfüllt hast.

 

Wir alle wünschen uns, dass unsere Hunde ewig leben und im Herzen bleiben sie immer bei uns. Wie heisst es so schön? "Ich bin nicht tot, ich wechsle nur die Räume".